Wenn du Becher, Food-Verpackungen oder andere Einwegprodukte für dein Unternehmen einkaufst, ist dir das SUPD-Logo wahrscheinlich schon begegnet.
Dieses Symbol ist Teil der europäischen Vorschriften für Einweg-Kunststoffprodukte und sorgt häufig für Verwirrung. Bedeutet es, dass ein Produkt vollständig aus Kunststoff besteht? Ist es ein Hinweis darauf, dass ein Produkt nicht nachhaltig ist? Und warum findet man das Logo auch auf manchen Produkten, die überwiegend aus Papier bestehen?
Tatsächlich gibt es rund um das SUPD-Logo viele Missverständnisse. In diesem Beitrag erklären wir, was die Kennzeichnung bedeutet und warum sie auf ganz unterschiedlichen Produkten erscheinen kann.

Was ist das SUPD-Logo?
Das SUPD-Logo ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung, die auf der EU-Richtlinie 2019/904 zur Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt basiert. Diese Vorschriften sind auch als Einweg-Kunststoffrichtlinie oder Single-Use Plastics Directive (SUP) bekannt.
Ziel der Kennzeichnung ist es, Verbraucher darüber zu informieren, dass ein Produkt unter bestimmte Anforderungen dieser europäischen Regelung fällt.
Wichtig ist: Das SUPD-Logo ist weder ein Umweltsiegel noch eine Nachhaltigkeitszertifizierung. Es handelt sich um eine gesetzliche Information Kennzeichnung.
Welche Produkte sind für Gastronomie und Take-away besonderes relevant?Die Einweg-Kunststoff Richtlinie umfasst verschiedene Produktgruppen. Für Gastronomie, Cafés, Imbisse und Take-away sind insbesondere folgende Kategorien relevant:
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Lebensmittelbehälter
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Getränkebecher
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Bestimmte Getränkebehälter
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Strohhalm
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Einwegbesteck und Einwegteller
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Feuchttücher
Diese Produktgruppen sorgen in der Praxis am häufigsten für Fragen zur Kennzeichnungspflicht.
Was bedeutet das SUPD-Logo wirklich?
Eine weit verbreitete Annahme ist, dass Produkte mit SUPD-Logo automatisch aus herkömmlichem Kunststoff bestehen oder als weniger nachhaltig einzustufen sind.
Die Funktion der Kennzeichnung ist jedoch eine andere.
Das Logo zeigt lediglich an, dass das Produkt nach den Vorgaben der Einwegkunststoffrichtlinie als kennzeichnungspflichtiges Produkt eingestuft wird.
Es liefert keine Aussage über:
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die Nachhaltigkeit des Produkts,
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die Recyclingfähigkeit,
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den CO₂-Fußabdruck,
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den Anteil nachwachsender Rohstoffe,
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oder die Umweltleistung im Vergleich zu anderen Verpackungslösungen.
Unterscheidet das SUPD-Logo zwischen verschiedenen Kunststoffarten?
Die Kennzeichnung unterscheidet nicht sichtbar zwischen unterschiedlichen Kunststoffarten oder deren Herkunft.
Daher kann dasselbe SUPD-Logo auf Produkten erscheinen, die beispielsweise enthalten:
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Kunststoffe auf Erdölbasis
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Biobasierte oder teilweise erneuerbare Kunststoffe
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Bestimmte kompostierbare Biokunststoffe
Aus dem Logo selbst lässt sich daher nicht erkennen, ob ein Produkt fossile oder nachwachsende Rohstoffe enthält. Entscheidend ist die rechtliche Definition von Kunststoff innerhalb der geltenden Vorschriften.
Warum tragen auch manche Papierprodukte ein SUPD-Logo?
Dies gehört zu den häufigsten Fragen in der Gastronomie.
Viele Verbraucher verbinden Papier automatisch mit Kunststoff freien Produkten. Tatsächlich enthalten jedoch manche Papierbecher oder Lebensmittelverpackungen Beschichtungen oder funktionale Bestandteile, die dazu führen können, dass sie unter den Anwendungsbereich der Einweg-Kunststoff Richtlinie fallen.
Das SUPD-Logo bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass ein Produkt vollständig aus Kunststoff besteht oder keine nachwachsenden Rohstoffe enthält. Die Kennzeichnungspflicht richtet sich nach der rechtlichen Einstufung des Produkts. Deshalb können zwei optisch sehr ähnliche Verpackungen unterschiedlichen Anforderungen unterliegen.
Und wie sieht es bei Feuchttüchern aus?
Auch Feuchttücher sind ein gutes Beispiel dafür, wie leicht die Vorschriften missverstanden werden können.
Viele Menschen gehen davon aus, dass Feuchttücher ausschließlich aus Papier oder Naturfasern bestehen. Tatsächlich enthalten bestimmte Produkte synthetische Fasern oder Kunststoff-Bestandteile und unterliegen deshalb besonderen Kennzeichnungsvorgaben.
Dieses Beispiel zeigt, dass die Einwegkunststoffrichtlinie weit über Becher und Lebensmittelverpackungen hinausgeht und zahlreiche Alltagsprodukte betrifft.
Möchtest du tiefer in die Vorschriften einsteigen?
Die Europäische Kommission bietet ausführliche Informationen zu den betroffenen Produkten, Kennzeichnungsvorschriften und Zielen der Einweg-Kunststoffrichtlinie.
Weitere Informationen findest du hier:
Single-use plastic - European Commission

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